November 20, 2014

Neubeginn

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Mit großem Respekt wenden wir uns
an den, der das Leiden besiegt hat,
und bieten ihm von ganzem Herzen unsere Worte der Reue an.
Lange Zeit haben wir in Vergesslichkeit gelebt.
Wir hatten nicht die Gelegenheit, dem Dharma zu begegnen,
deshalb führten uns unsere Gewohnheits-Energien ins Leiden.
Aus Ungeschicklichkeit haben wir viele Fehler begangen.
Wir sind lange Zeit von unseren falschen Wahrnehmungen geblendet worden.
Der Garten unseres Herzens ist übersät
mit Anhaftung, Hass und Stolz.
Samen des Tötens, Stehlens, Lügens und
des sexuellen Fehlverhaltens sind in uns.
Täglich richten unsere Taten und Worte Schaden an.
All diese falschen Handlungen sind Hindernisse
für unseren Frieden und unsere Freude.
Lasst uns neu beginnen. (Glocke)
Wir sehen ein, dass wir gedankenlos waren
und vom Pfad der Achtsamkeit abgewichen sind.
Wir haben Unwissenheit und Leiden aufgebaut,
und dies hat viel Kummer und Abneigung hervorgerufen.
Manchmal waren wir des Lebens müde,
weil wir voller Ängste sind.
Da wir andere nicht verstehen,
sind wir ärgerlich und nachtragend.
Zuerst versuchen wir einander zu überzeugen,
dann tadeln wir.
Jeden Tag vermehrt sich das Leiden
und vertieft sich die Kluft.
Es gibt Tage, an denen wir nicht miteinander sprechen
und einander nicht ansehen wollen.
Und wir erschaffen innere Gebilde, die lange Zeit bestehen bleiben.
Jetzt wenden wir uns den Drei Juwelen zu.
Aufrichtig erkennen wir unsere Irrtümer und verbeugen uns. (Glocke)
Wir wissen es wohl, dass in unserem Bewusstsein
alle guten Samen verborgen liegen –
Samen der Liebe und des Verständnisses
und Samen des Friedens und der Freude.
Doch weil wir sie nicht zu begießen verstehen,
sprießen die guten Samen nicht frisch und grün hervor.
Wir erlauben dem Kummer weiterhin, uns zu überwältigen,
bis kein Licht mehr in unserem Leben ist.
Wenn wir einem fernen Glück nachjagen,
ist das Leben nichts als ein Schatten der Wirklichkeit.
Unser Geist ist besetzt von der Vergangenheit
oder vom Sorgen über dieses und jenes in der Zukunft.
Wir können unseren Ärger nicht loslassen,
und die kostbaren Geschenke des Lebens,
die wir in unseren Händen halten,
schätzen wir nicht.
So treten wir unser wahres Glück mit Füßen.
Ein Monat folgt dem anderen, und wir sind in Kummer versunken.
In der kostbaren Gegenwart des Buddha,
dem nach Sandelholz-Räucherwerk Duftenden,
erkennen wir unsere Irrtümer und beginnen neu.
(Glocke)
Von ganzem Herzen nehmen wir Zuflucht
und wenden uns den Buddhas in den Zehn Richtungen zu,
allen Bodhisattvas, den edlen Schülern
und den selbst-verwirklichten Buddhas.
Aufrichtig erkennen wir unsere Irrtümer
und unsere falschen Urteile.
Bitte bringt den Balsam des klaren Wassers,
dass es sich auf die Wurzeln unseres Leidens ergieße.
Bitte bringt das Floß der wahren Lehren,
dass es uns über das Meer des Kummers trage.
Wir geloben, ein erwachtes Leben zu führen,
das Lächeln und das bewusste Atmen zu praktizieren
und die glaubwürdig übermittelten Lehren zu studieren.
Gewissenhaft wollen wir in Achtsamkeit leben.
(Glocke)
Wir kehren zurück, um in der wunderbaren Gegenwart zu leben,
im Garten unseres Herzens gute Samen zu säen
und einen starken Boden für Liebe und Verständnis zu bereiten.
Wir geloben, uns in Achtsamkeit und Konzentration zu üben
und das tiefe Schauen und Verstehen zu praktizieren,
um die Natur von allem, was ist, zu erkennen.
So sind wir frei von den Fesseln von Geburt und Tod.
Wir lernen, liebevoll zu sprechen, anderen zugewandt zu sein
und für sie zu sorgen,
sei es am frühen Morgen oder am späten Nachmittag.
Wir bringen die Wurzeln der Freude an viele Orte
und helfen den Menschen, ihren Kummer hinter sich zu lassen.
Mit tiefer Dankbarkeit beantworten wir
die Freundlichkeit von Eltern, Lehrern und Freunden.
In tiefem Vertrauen entzünden wir das Räucherwerk unseres Herzens.
Wir bitten den Herrn des Mitgefühls, unser Beschützer zu sein
auf dem wunderbaren Weg der Praxis.
Wir geloben, beständig zu üben,
damit die Früchte dieses Weges reifen.
(Glocke)